Sven Fiedler
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Sven Fiedler ist taubblind (Usher-Syndrom, blind und schwerhörig). Er will - wie Hape Kerkeling - auf dem Jakobsweg pilgern. Sven schreibt:

Ich möchte mal weg - Taubblindheit hält mich nicht auf!

Haben Sie das Buch "Ich bin dann mal weg" von Hape Kerkeling gelesen, oder den aktuellen Kinofilm besucht? Tausende von Menschen haben sich davon inspirieren lassen und haben sich selbst auf den Weg gemacht. Auch ich habe den Wunsch nach Santiago di Compostela zu pilgern, aber als Taubblinder muss ich immer wieder hören: "Das geht nicht!". Mit Hilfe von Spendern und Sponsoren will ich zeigen, dass es doch geht und mich 2017 endlich auf den Weg machen!

Mein Vorhaben ist nicht nur ein persönlicher Traum, sondern ich möchte auf die Lebenssituation taubblinder Menschen aufmerksam machen. Taubblindheit bedeutet nichts sehen und nichts hören, oder eingeschränkt sehen und hören, oder eine Mischung aus beiden Formen. Derzeit gehen Fachkreise wie der GFTB (Gemein­samer Fachausschuss Taubblindheit/Hörsehbehinderung) von ca. 6000–8000 Menschen deutschlandweit aus. Diese leben oft isoliert und ohne geeignete Assistenz und sind somit von der Teilhabe an der Gesellschaft ausgeschlossen.

Als taubblinder Mensch (TBL) bin ich in allen Lebenslagen auf Unterstützung angewiesen. Diese Unterstützung erhalte ich von speziell geschulten Taubblindenassistenten (TBA), so auch auf dem Jakobsweg. Für die Assistenz ist es kein Urlaub und auch keine Pilgerreise im eigentlichen Sinn. Entsprechend werden sie honoriert.

Ich bin 1967 in Rottweil geboren und leide seit meiner Geburt am Usher-Syndrom, einer angeborenen Schwerhörigkeit in Kombination mit einer Netzhautdegeneration, die unaufhaltsam fortschritt - bis zu meiner völligen Erblindung im Jahr 2010.

Ich gab mich und mein Leben jedoch nicht auf. Im Gegenteil, trotz Blindheit und Schwerhörigkeit wurde ich noch aktiver als jemals zuvor. Nun mache ich auch nicht vor dem Jakobsweg halt, den ich im Frühjahr 2017 gehen möchte.

Meine Welt erschließt sich auf einer Distanz von einer Armlänge. Was ich nicht ­
ertasten kann, ist erstmal nicht da. Alles basiert auf den Informationen, die ich über das Ertasten bekomme, oder die mir andere Menschen in meiner Kommunikationsform vermitteln.

Für mich ist es das erste Mal, dass ich ein spendenfinanziertes Projekt plane. Sollte sich eine dauerhafte Finanzierungsmöglichkeit finden, habe ich die Vision, auch anderen Taubblinden den Jakobsweg in Deutschland zu ermöglichen.

Mehr über mich und meine Ziele können sie auch unter www.tbl-jakobsweg.de lesen.

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