Von Christian Vogler

31.7.99

Es wurde darauf hingewiesen, daß der originale Liga-Artikel den Vorstand der EURO-CIU mit dem Vorstand der Liga verwechselt hat. Diese Verdrehung der Tatsachen, die auf einem Mißverständnis der aktuellen Nachrichten der Liga beruht, bedauere ich aufrichtig. Keine der genannten Personen aus der EURO-CIU hat mit der Liga zu tun. Ich habe den Artikel dahingehend korrigiert.

31.7.99

Der Artikel spricht den Eltern hörgeschädigter Kinder nicht das Recht ab, für ihre Kinder zu entscheiden, welche Methode der Erziehung - lautsprachlich, gebärdensprachlich, CI, usw. - sie anwenden möchten. Bedauerlicherweise wird dieser Vorwurf aber bei fast jeder Kritik an hörgerichteter Erziehung erhoben. Viele Themen in der Gehörlosenpolitik, darunter auch solche, die von der Liga angesprochen werden, betreffen jedoch auch gehörlose Erwachsene. Es ist sicherlich nicht zuviel verlangt, daß sie selber ihre Interessen vertreten dürfen.

In diesem Zusammenhang möchte ich daher auf meine Rezension von Beverly Biderman's Buch zum Thema CI hinweisen, die hoffentlich einige Mißverständnisse aufklärt.

Ich habe den Artikel zur Liga geschrieben, weil um die Liga herum ein ganz konkretes und schwerwiegendes Problem besteht: Wie kann sich eine Organisation anmaßen, "eine Lobby für alle Hörbehinderten" zu sein, wenn im gleichen Atemzug im Programm der Liga die Anliegen der Gebärdensprachgemeinschaften mit den Füßen getreten werden?

Nicht nur die Gebärdensprache wird als "unnötig" bezeichnet, sondern auch das Thema "Integration" wird pauschal abgehandelt. Liebe Liga, zu einer erfolgreichen Integration gehört ein bißchen mehr als entsprechende Hörhilfen und der erfolgreiche Erwerb der Lautsprache. Welche Probleme auch nach angeblich "erfolgreicher" Integration auftreten können, ist beispielsweise in meinem Artikel "Mainstreaming - der bessere Weg?" (Hörgeschädigte Kinder, 2:32, 1995, S. 89-94) nachzulesen. Da klingt die These "warum im Einzelfall der Weg in die Integration nicht in der erwarteten Weise gelingt" schon sehr wie Hohn.

Der Stil des Artikels war eine ganz bewußte Entscheidung meinerseits. Angesichts der Probleme mit der Liga ist eine kontroverse Auseinandersetzung mit dem Thema meines Erachtes dringend erforderlich. Denjenigen, die sich damit auf den Schlips getreten fühlen, steht es frei, eine Gegendarstellung, egal welcher Art, zu schreiben, die ich gerne an dieser Stelle unzensiert und ungekürzt veröffentliche. Wir legen auf Meinungsfreiheit großen Wert.

31.7.99

Ich möchte auch darauf hinweisen, daß die Verantwortung für den Artikel allein bei mir liegt. Andere Mitglieder des Taubenschlag-Teams dazu aufzufordern, zum Artikel Stellung zu nehmen, ist daher mit Sicherheit der falsche Weg.