Verehrter Insider,

es ist das erste Mal, daß ich den Mut finde, Fakten zur Hörgeräteversorgung in die Öffentlichkeit zu tragen, wenngleich mit aller gebotenen Vorsicht. Die Taubenschlag-Veröffentlichung hat mich dazu bewogen ... . Hut ab.

Sie wissen vielleicht, daß der MDS (Medizinischer Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen, Essen) Herausgeber des HMV (Hilfsmittelverzeichnis für Hörgeräte) ist.

Der MDS überprüft im Auftrag des IKK-BV (Innungskrankenkassen-Bundesverband) die gemeldeten Hörgeräte. Der IKK-BV listet sie dann im HMV.

Die mit Abstand größte Krankenkasse, die im IKK-BV das Sagen hat, ist die BIG (Bundesinnungskrankenkasse Gesundheit).

Die BIG ist eine Krankenkasse, die 1995 von der Bundesinnung der Hörgeräte-Akustiker gegründet wurde. Ausschließlich diese BIG trifft Entscheidungen in Bezug auf Hörgeräte, und zwar auch für alle anderen Krankenkassen (also auch AOK, BKK, BEK, DAK usw.).

Die BIG kontrolliert und weist den MDS an. Kein geringerer als der allseits bekannte Dr. Geers ist Gründungsvater dieser BIG und zieht dort seine Fäden, besser gesagt, er bestimmt, was der MDS und die anderen Spitzenverbände in puncto Hörgeräte zu tun und zu lassen haben. D. h., damit entscheidet der Großakustiker Geers mit seinen nahezu 100 Filialen über SANOMED. Alles klar?

Geers ist also der große Zampano. Die Vertreter der anderen Krankenkassen folgen ihm blindlings, da sie selbst keine Ahnung von der Materie haben puppets on a string.

Soweit die Vorgeschichte alles Fakten und nachprüfbar.

Doch es kommt noch viel dicker ... .

Das HMV des MDS / BIG / Geers unterscheidet hauptsächlich drei Hörgerätegruppen, die

Gruppen 13.20.01 13.20.02 und 13.20.03.

Die Durchschnittspreise, die die Krankenkassen für die Gruppen bezahlen, betragen im Bundesdurchschnitt:

Gruppe 13.20.01 706 DM

Gruppe 13.20.02 746 DM

Gruppe 13.20.03 985 DM

Fazit: Die Gruppe 13.20.03 kostet die Krankenkassen und damit uns allen das mit Abstand meiste Geld. In dieser Gruppe tummeln sich zugleich auch die Zuzahlungen bis zu 5.000,00 DM oder auch 6.000,00 DM pro Hörgerät wohlgemerkt.

Übrigens: SANOMED bietet diese Gruppe grundsätzlich zuzahlungsfrei an, lediglich bei dem wohl kleinsten Hörgerät beträgt die Zuzahlung ca. 600,00 DM (mehrmals mit den SANOMED-Niederlassungen telefoniert). Alles Fakten.

Aber jetzt geht es erst richtig los ...

Denn Geers / BIG ist es gelungen, in diese Gruppe Eigenprodukte (Hausmarken) zu plazieren mit Hilfe des MDS, die gar nicht in diese Gruppe gehören. Also: Geers kassiert bei allen Krankenkassen für qualitativ minderwertige Produkte und zugleich kassiert er die Zuzahlungen in deftiger Höhe (s. o.).

Da seine großen Kollegen, wie Kind mit 180 Filialen, Bonsel im Frankfurter Raum etc. dies natürlich wissen, wundert es nicht, daß auch diese mit ihren Eigenprodukten (Hausmarken) abkassieren (cornix cornici ...).

Da Geers aber neben seinen Hausmarken auch Markenfabrikate wie Siemens, Interton, Phonak, Philips, Hansaton, Resound etc. führt, müssen die Preise da auch stimmen. Folglich hat der MDS sich dazu verstanden, daß auch diese Firmen mit ihren qualitativ minderwertigen Produkten in diese höchste Preisgruppe kommen (nur so können Geers & Co. generell bei den Krankenkassen abkassieren, dto. bei den Zuzahlungen).

Anders ausgedrückt: Von den ca. 200 in der höchsten Preisgruppe (13.20.03) gelisteten Hörgeräten gehören dort ca. 130 nicht hinein, da qualitativ minderwertig. Und das alles mit Wissen des MDS ... need I say more?

Der Schaden, der allen Krankenkassen pro Jahr durch diese vorsätzliche Falscheingruppierung entsteht, beläuft sich auf ca.

DM 60 Mio.. Die Zuzahlungen für diese Billig-Geräte belaufen sich auf ca. DM 200 Mio. ... .

Benötigen Sie Beispiele ich gebe Sie Ihnen vollständig auf Diskette oder per Email.

Übrigens: Ein Großteil dieser minderwertigen Geräte sind HdOs und die werden grundsätzlich bei der PTB getestet vor Eingruppierung durch Geers / BIG / MDS. Aber, diese PTB-Tests werden unter den Tisch gekehrt, denn ausschließlich Geers / BIG / MDS entscheiden über die Eingruppierung ... .

Könnte es sein, daß der verantwortliche PTB-Mitarbeiter geht, weil er besser als jeder andere weiß, was Geers & Co. da treiben, aber keine Möglichkeit hat, hier Einhalt zu gebieten? Was soll er denn antworten, wenn Geers / BIG / MDS ihn fragen, ob SANOMED-Hörgeräte "Simultanübersetzer" für deutsch / englisch sind?

Oder geht er, weil sein Lübecker Ingenieurkollege Rohweder, der zugleich Vorsitzender des Normenausschusses ist, zuvorderst aber Angestellter der Bundesinnung der Hörgeräte-Akustiker, Geers den Steigbügel hält, indem er dem MDS auf die Sprünge hilft? Rohweder kennt aufgrund seiner Tätigkeit alle diese minderwertigen Hörgeräte, für die die Krankenkassen zuviel bezahlen und für die die Zuzahlungen auf der "Richter"-Skala offen sind.

Abschließend: Alles Fakten, jederzeit nachprüfbar und belegbar. Schreiben Sie mir (Taubenschlag). Ich schicke Ihnen Material zu, damit Sie sich selbst überzeugen können.

Was zählt hier denn SANOMED? Schließen wir doch einfach den Sargdeckel, damit Geers & Co. die Zuzahlungen weiter in die Höhe treiben können ohne diesen Störenfried. Schließlich sparen die Krankenkassen dann doch viel Geld wenn sich aufgrund der fulminanten Zuzahlungen keiner mehr ein Hörgerät leisten kann. Das senkt die Krankenkassenbeiträge pro Monat vielleicht um 10 Pf. Ist doch schließlich etwas für alle Versicherten.